
Anti-Tagi: Trump macht Diesel-Deal mit Putin – Systemmedien schäumen

Von Hans-Ueli Läppli

Die Schlagzeilen sind schnell geschrieben.
n-tv titelt:
"Trump feiert Diesel-Deal mit Putin, Selenskij tobt"

Der österreichische Standard lobt Selenskij dafür, Trumps Vorgehen öffentlich zu kritisieren.

SRF stellt die Frage, ob der Deal vor allem für Putin ein Erfolg ist.

Aus einer angekündigten Vereinbarung wird so binnen weniger Stunden ein politisches Schauspiel. Trump spricht von großen Diesellieferungen und sinkenden Preisen. Putin könnte einen neuen Absatzmarkt gewinnen. Selenskij kritisiert den amerikanischen Präsidenten. Und die Medien verteilen die Rollen.
Trump-Deal mit Putin: Sanktionen werden gelockert, über 300.000 t russ. Diesels freigegeben, Preise sollen sinken. So geht das! Während Merz Deutschland mit Sanktionen & teurem LNG ruiniert, macht Trump Realpolitik. Deutsche Interessen statt Eskalation: AfD! https://t.co/8TMvoCSTsT
— Alice Weidel (@Alice_Weidel) October 10, 2026
Trump setzt auf russischen Diesel, um das Angebot zu erhöhen und die Energiepreise zu drücken. Moskau gewinnt einen Absatzmarkt, die USA hoffen auf günstigeren Treibstoff.
Wir fassen zusammen: 1. Trump verkündet Diesel-Deal mit Putin 2. Die Ukraine greift umgehend das Diesel Exportterminal in Rostow am Don an 3. Selenskyj nennt Trump "schwach" Wie lange wird Trump dabei wohl zusehen? https://t.co/ev0QwMKvWB
— Dr. David Lütke (@DrLuetke) October 10, 2026
Russland verfügt über Energieressourcen, die auf dem Weltmarkt Abnehmer finden. Die USA benötigen bezahlbaren Treibstoff.
Wenn russischer Diesel zusätzliche Mengen auf den Markt bringt, kann das den Preisdruck verringern. Trump versucht, daraus einen Vorteil für amerikanische Verbraucher zu machen.

Russland erhält im Gegenzug neue Geschäftsmöglichkeiten. Statt diesen wirtschaftlichen Zusammenhang zu erklären, beschäftigen sich zahlreiche Kommentare vor allem mit Selenskijs Reaktion und Putins vermeintlichem Sieg. Handel wird zum politischen Krimi umgeschrieben.
#Trump hat es klar gesagt: Militärisch ist die Ukraine besiegt – aber das erfährst du nicht aus den Fake News. Jahrelang haben Medien, Politiker und #Zelensky uns erzählt, die Ukraine gewinne oder stehe kurz vor dem Sieg. Stattdessen: zerstörte Infrastruktur, massive Verluste, keine funktionierende Luftverteidigung mehr und ein Land, das auf westliche Milliarden angewiesen ist, während Russland weiter vorstößt. Es ist Zeit für einen Deal. Schluss mit dem endlosen Blutvergießen, dem Geldverschwenden und der Kriegshetze aus Brüssel und Kiew. Amerika First – und Frieden durch Realismus, nicht durch weitere Eskalation. Wer die Realität leugnet, verlängert nur das Leiden.
— Lexa 🇩🇪 (@rebew_lexa) October 10, 2026
Der Standard geht noch einen Schritt weiter. Sein Kommentar erklärt es für gut, dass Selenskij Trumps "Unsinn" öffentlich anspricht. Damit ist die redaktionelle Position bereits bezogen, bevor die wirtschaftlichen Folgen der angekündigten Lieferungen feststehen.
"USA wollen Ukraine nicht helfen", jammert der Standard.
Das ist das Recht eines Kommentators. Es ist aber etwas anderes als eine nüchterne Nachrichtenanalyse.
Diplomatie setzt sich über politische Konfrontationen hinweg. Washington und Moskau finden gemeinsame wirtschaftliche Interessen, von denen beide Seiten profitieren können. Russland gewinnt neue Absatzmöglichkeiten, die USA hoffen auf günstigere Energie. Trump zeigt, dass selbst zwischen politischen Gegnern Raum für pragmatische Lösungen bleibt.
Trump verkündet eine Vereinbarung mit Putin über Millionen Tonnen russischen Diesel. Die Lieferungen sollen die Kraftstoffpreise in den USA und weltweit senken. https://t.co/qkgldWFwy1
— Berliner Zeitung (@berlinerzeitung) October 9, 2026
Für Trump wäre der Deal vor allem dann ein Erfolg, wenn er tatsächlich zusätzliche Mengen auf den Markt bringt und die Verbraucher davon profitieren.

Damit bekommt Trumps Diesel-Deal mit Moskau eine zusätzliche politische Dimension. Seine Warnungen vor ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien in den vergangenen Wochen erscheinen in einem neuen Licht.
Selenskij setzte seine Angriffe trotz Trumps Mahnungen fort. Wie der Blick berichtet, ignorierte Kiew die Warnungen. Nun sucht Washington den direkten wirtschaftlichen Kontakt mit Moskau.

Kurz vor dem Winter und den Midterm-Wahlen verfolgt Trump auch handfeste innenpolitische Interessen. Günstigerer Diesel könnte den Preisdruck in den USA mindern.

Bis russische Lieferungen in nennenswerten Mengen amerikanische Abnehmer erreichen, dürfte allerdings einige Zeit vergehen. Kurzfristig zählt deshalb vor allem das diplomatische Signal.
Trump zeigt, dass Washington seine Energiepolitik nicht dauerhaft den Interessen Kiews unterordnet. Russland erhält neue Absatzchancen, die USA hoffen auf günstigeren Treibstoff. Für Selenskij ist das ein Warnzeichen. Wer die Mahnungen seines wichtigsten Unterstützers wiederholt übergeht, kann nicht selbstverständlich davon ausgehen, dass dieser seine Politik unbegrenzt mitträgt.
Der Winter rückt näher. Während Moskau mit Washington neue wirtschaftliche Möglichkeiten auslotet, muss Selenskij damit rechnen, dass sich die Prioritäten seines wichtigsten Unterstützers verschieben.
Trump hat gewarnt, Kiew hat weitergemacht, und nun spricht Washington mit Moskau über Geschäfte.
Die politische Botschaft ist unübersehbar. Amerikanische Geduld hat Grenzen, und Selenskij könnte sie zu lange auf die Probe gestellt haben.
Mehr zum Thema – Anti-Tagi: Medien-Watchdog mit Biss – heute: NZZ-Russland-Lügen, Blick-Hysterie, SRF-AfD-Bashing
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