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Mikro abgestellt: Sonneborns 60-Sekunden-Protest gegen Chatkontrolle

In der Eröffnungssitzung des EU-Parlaments in Straßburg hat der Europaabgeordnete Martin Sonneborn (Die Partei) am Montag schwere Vorwürfe erhoben. Dabei warf er Parlamentspräsidentin Roberta Metsola einen klaren Verstoß gegen die Geschäftsordnung vor. Das umstrittene "Chatkontrolle"-Gesetz solle demnach in einem Eilverfahren durchgesetzt werden. Dieses Gesetz sieht die automatisierte Durchsuchung privater Nachrichten vor.

Sonneborn kritisierte in seiner Rede, dass ein solches Eilverfahren nur für unvorhersehbare Krisen gedacht sei. Den offiziellen Verweis auf die Ukraine-Hilfe im Jahr 2022 wies er scharf zurück: Damals habe eine echte Kriegsnotlage vorgelegen, während die Ukraine-Solidarität nun missbraucht werde, um demokratische Prozesse bei der Chatkontrolle gezielt auszuhebeln.

Er vermutet – wie aus dem Begleittext zu dem von ihm in den sozialen Medien geposteten Video hervorgeht –, dass dahinter ein rein politisches Kalkül steckt, um das Gesetz am letzten Tag vor der Sommerpause ohne die nötige demokratische Debatte durchzupeitschen, da zu diesem Zeitpunkt viele Abgeordnete bereits abgereist sind und eine Gegenmehrheit kaum noch zu organisieren ist. Nach genau 60 Sekunden wurde Sonneborn das Mikrofon abgestellt.

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