
Putin kündigt Vergeltung für Beschlagnahmung russischer Schiffe an

Russlands Präsident Wladimir Putin hat angekündigt, sein Land werde Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, sollten europäische Länder russische Handelsschiffe beschlagnahmen oder deren Ladung verkaufen.
Die Beschlagnahmung von Schiffen, die mit Russland in Verbindung stünden, verstoße gegen das internationale Seerecht, erklärte Putin am Mittwoch bei der Beaufsichtigung eines Marinemanövers der russischen Pazifikflotte im Fernen Osten. "Das ist nichts anderes als Piraterie und Raub", sagte der Präsident an Bord des Lenkwaffenkreuzers Warjag.
Und weiter:
"Wenn dies tatsächlich umgesetzt wird, werden wir uns gezwungen sehen, in gleicher Weise zu reagieren."

Russland werde nicht unbedingt in den Gewässern entsprechende Maßnahmen ergreifen, in denen russische Schiffe beschlagnahmt würden, setzte der Staatschef fort.
Moskau werde "überall dort handeln, wo immer wir es selbst für notwendig und angemessen halten, an jedem beliebigen Ort, einschließlich des Verantwortungsbereichs der Pazifikflotte", stellte Putin klar. Das russische Verteidigungsministerium sei bereits damit beauftragt worden.
Der Befehlshaber der Pazifikflotte, Viktor Liina, berichtete dem Präsidenten, das russische Militär verfüge über notwendige Kräfte und Mittel, um die Schiffe unfreundlicher Länder und deren Schattenflotte zu inspizieren und festzusetzen.
"Die behördenübergreifende Zusammenarbeit ist organisiert worden, und wir sind bereit, mit der Lösung dieser Aufgaben zu beginnen", erklärte der hochrangige Militär.
Allein in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Russischen Föderation entlang der Inseln der Südkurilen seien vom 24. April bis zum 6. August 1.001 Schiffe unterwegs gewesen, führte Liina hierbei aus. Davon fuhren ihm zufolge 379 Schiffe, darunter 273 Trockenfrachter und 71 Tanker, unter der Flagge unfreundlicher Staaten. Großbritannien hätten 26 Schiffe gehört und neun – Frankreich.
Ferner gab der Marinechef an, westliche Länder setzten häufig Schiffe unter der Flagge von Drittländern ein, um eigene Güter zu transportieren. Es gehe im Grunde um ihre Schattenflotte, betonte Liina.
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