Deutschland

Endlager für Atommüll: Fünf Bundesländer ungeeignet

In Deutschland wurde ein Zwischenbericht zu möglichen Standorten für die Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle vorgelegt. Es geht um rund 27.000 Kubikmeter, die sich im Laufe von mehr als 60 Jahren Betrieb deutscher Kernkraftwerke angesammelt haben.
Endlager für Atommüll: Fünf Bundesländer ungeeignetQuelle: Gettyimages.ru

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Dienstag einen neuen Bericht über Standorte in Deutschland vorgestellt, an denen hoch radioaktive Abfälle endgelagert werden könnten. Wie es heißt, habe die BGE die Fläche, die sie im Standortauswahlverfahren weiter betrachtet, auf weniger als fünf Prozent des Bundesgebietes reduziert. Im Jahr 2025 hätten die Fachleute etwa 25 Prozent des deutschen Staatsgebiets bewertet. Wie n-tv berichtet, seien Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland nicht mehr Teil der laufenden Analyse. 

Die weiter betrachteten Orte befinden sich im Süden, Osten, Norden und Nordwesten des Landes. "Wir werden die Flächen bis Ende 2027 weiter einengen, bis nur noch wenige Standortregionen im Rennen sind, die wir für die Erkundung vorschlagen", sagte Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE. "Innerhalb eines Jahres haben unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die noch zu untersuchende Fläche von etwa einem Viertel der Landesfläche auf unter fünf Prozent reduziert. So wird die Endlagersuche Schritt für Schritt konkreter", fügte sie hinzu.

Im Jahr 2020 hatte die BGE in einem Bericht 90 Teilgebiete für die übertägige Erkundung ausgewiesen. Sie machten fast 54 Prozent des deutschen Territoriums aus.

Nach Angaben von BGE würden im Rahmen von sogenannten repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen noch 36 Teilgebiete weiter analysiert. Wie n-tv präzisiert, würden bei jedem Prüfschritt die Sicherheitsanforderungen erhöht, wodurch nach und nach immer mehr Gebiete ausgeschlossen werden. Bei den Sicherheitsuntersuchungen prüfe die BGE geologische Daten und Geodaten, so n-tv. Diese Bewertungen bestimmten, inwieweit eine sichere Lagerung hoch radioaktiver Abfälle unter den jeweiligen geologischen Bedingungen gewährleistet werden könne. 

Nach Angaben des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) gälten Granit, Salz und Ton als geeignete Gesteinsarten für das unterirdische Endlager. Zudem soll eine 300 Meter mächtige Gesteinschicht das Endlager von der Erdoberfläche trennen. Gebiete, deren Untergrund beschädigt oder gefährdet sei, kämen als Endlagerstandort nicht infrage. Deswegen schließe man Bergbaugebiete und Gegenden aus, in denen Vulkane aktiv waren oder die Gefahr von Erdbeben bestehe. Ferner dürften radioaktive Stoffe nicht über Wasserwege an die Erdoberfläche gelangen, so das BASE.

Die BGE soll Ende 2027 mögliche Standortregionen vorschlagen. Dies bedeute, dass die BGE zum Abschluss der ersten Phase der Endlagersuche Regionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen werde, schreibt n-tv. Nach einer Prüfung durch Wissenschaftler und das BASE werde der Bundestag entscheiden, wo es in der zweiten Phase weitergeht.

Ein Lager für rund 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiven Atommüll soll bis spätestens 2050 gefunden werden, so der Sender weiter. Heute werde deutscher Atommüll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern gelagert.

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