
Mit 70 noch zur Bundeswehr – Reservistenverband fordert Anhebung der Altersgrenze

Der neue Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, fordert eine deutliche Anhebung der Altersgrenze für Reservisten, um die Truppenstärke Deutschlands zu vergrößern. "Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er verwies darauf, dass ja auch das Renteneintrittsalter steige. "Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden", so Ernst.
"Und wenn wir auf Seiten der Jungen ein Nachwuchsproblem beklagen, dann sollten wir an der anderen Seite der Alterspyramide ebenfalls nachbessern."
Real ist die Lebenserwartung in Deutschland in den Jahren 2021 bis 2023 allerdings um etwa ein halbes Jahr gesunken, wie beispielsweise die Tagesschau berichtet.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will am Mittwoch die deutsche "Militärstrategie" sowie das "neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr" vorstellen. Reservisten der Bundeswehr sind bislang nicht verpflichtet, an Wehrübungen teilzunehmen. Sie müssen ebenso wie ihre Arbeitgeber ihre Zustimmung zu einer Wehrübung geben.
An diesem Freiwilligkeitsprinzip gibt es schon länger Kritik aus transatlantischen Kreisen und von führenden Bundeswehroffizieren. Ernst plädiert dafür, das Prinzip der Freiwilligkeit auf Seiten der Arbeitgeber aufzuheben und will ihnen gegenüber Zwang einführen. Er meint:
"Sie sollten kein Einspruchsrecht haben, wenn Reservisten zu Übungen eingezogen werden sollen. Die Reservisten selbst sollten wir aber nicht zwingen."
Die Bundeswehr soll bis 2035 laut Angaben der Welt auf mindestens 260.000 aktive Soldaten sowie 200.000 Reservisten anwachsen. Diese Reserve soll wesentlich aus den Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen geschaffen worden sind. Wie viele Reservisten es aktuell gibt, ist laut Ernst derzeit unklar.
Bekannt sei, dass acht bis neun Millionen Menschen bei der Bundeswehr gedient hätten und rund 60.000 Reservisten beordert, das heißt von der Bundeswehr fest eingeplant und damit schnell verfügbar seien. Der Reservistenverband habe etwa 110.000 Mitglieder.
"Aufgabe der neuen Wehrerfassung wird es jetzt sein, die Zahl genau zu erfassen."
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