
Estlands Regierungschef will russische Raffinerien "in Trümmer legen"

Der estnische Ministerpräsident Kristen Michal hat die EU aufgerufen, die Unterstützung der Ukraine fortzusetzen, damit Kiews Militär russische Ölraffinerien zerstören könne. In einem emotionsgeladenen Beitrag auf Facebook anlässlich der jüngsten Vereinbarungen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-Amtskollegen Donald Trump behauptete Michal:
"Das ist ein großer Fehler, denn Abkommen mit Diktatoren sind ein Weg in die Hölle."

Estlands Regierungschef fügte hinzu, dass die zwischen Putin und Trump vereinbarten Lieferungen von russischem Treibstoff auf den US- und den Weltmarkt den bisherigen Bemühungen des Westens zuwiderlaufen, Russlands Einkünfte aus dem Verkauf von Energieträgern zu begrenzen. In diesem Zusammenhang forderte er in inzwischen für Europa gewohnter Manier, die militärische Unterstützung der Ukraine weiter zu stärken. Michal schrieb:
"Die USA haben bisher ebenso wie wir ihre Verbündeten davon überzeugt, auf russischen Treibstoff zu verzichten. Der langfristige Kurs, Russland Geldquellen zu entziehen, ist richtig und muss fortgesetzt werden.
In Estland und bei der Sitzung des Europäischen Rats in der nächsten Woche sollte erörtert werden, ob wir schnell mehr zur Unterstützung der Ukraine beitragen können, damit sie die russischen Ölraffinerien in Trümmer legen."
Michals Äußerungen sorgten für eine Reaktion der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. In einem Kommentar auf ihrem Telegramkanal zog sie die politische Kompetenz des estnischen Regierungschefs in Zweifel. Sie erinnerte daran, dass Michal in Estland die Posten des Klimaministers, des Wirtschaftsministers und des Justizministers für jeweils ein Jahr belegt hatte:
"Ein Minister für alles für ein Jahr. Wer gab ihm das Recht, vom Namen der ganzen Europäischen Union zu sprechen?"
Sacharowa erinnerte an die ebenfalls aus Estland stammende EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas und fügte hinzu:
"Die gesamte EU rätselt: In wessen Namen spricht Kaja Kallas, die von niemandem bevollmächtigt wurde, alle ihre dümmsten Äußerungen zu machen? Nun kommt ein neuer estnischer Eiferer hinzu."
Die russische Diplomatin warnte, dass Michals Äußerungen Europa tiefer in eine Konfrontation gegen Russland hineinziehen würden.
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