
"Beispiellose Eskalation": Moskau reagiert auf deutsche Vorwürfe zu Drohnenvorfall in Leipzig

Deutschland hat sich für eine weitere Eskalation der bilateralen Beziehungen zu Russland entschieden, und zwar "unter einem völlig verkehrten und an den Haaren herbeigezogenen Vorwand". Dies erklärte Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, auf Anfrage von Journalisten. So kommentierte die Diplomatin die Vorwürfe der deutschen Seite gegen Russland im Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall am Flughafen Halle/Leipzig.

Wie üblich seien keine überzeugenden Beweise vorgelegt worden, führte Sacharowa aus. Sowohl das Russische Haus als auch das Generalkonsulat in Bonn ließen den deutschen Behörden in Berlin seit Langem keine Ruhe. Nun habe Berlin einen Vorwand gefunden. Sacharowa stellte eine angemessene Antwort in Aussicht.
In einem weiteren Beitrag in sozialen Medien wies die Sprecherin darauf hin, dass Deutschland seine "antirussischen Erklärungen" ausgerechnet am 1. September machte. An diesem Tag im Jahr 1939 entfesselte Berlin den Zweiten Weltkrieg. Ob es sich bloß um einen Zufall oder um "eine Rückkehr zu ihren Wurzeln" handele, erscheine nicht verständlich.
Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow hob hervor, dass Deutschland solch schwerwiegende Anschuldigungen nicht begründet oder argumentiert habe. Es sei offensichtlich, dass Berlin die Eskalation fortsetze.
Der russische Botschafter Sergei Netschajew wurde am Dienstag vom deutschen Außenministerium einbestellt. Kurz daraufhin gab der Diplomat in einem offiziellen Kommentar bekannt, die russische Seite weise die Vorwürfe als "unbegründet und absurd" zurück. Der Leipzig-Vorfall sei eine "hastig inszenierte Provokation" im Interesse der Ukraine, des "militaristischen Flügels" der politischen Eliten und der Rüstungsindustrie Europas. Es gehe um eine beispiellose Eskalation der deutsch-russischen Beziehungen, die nicht ohne Folgen bleiben würde.
Die Föderalagentur für internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnitschestwo), die für den Betrieb des Russischen Hauses zuständig ist, stellte die Schließung der Einrichtung unter Kritik. Igor Tschaika, der Leiter der Agentur, sprach über den Abbruch der kulturellen Beziehungen, was nicht im Interesse der Deutschen liege. Er schloss nicht aus, dass das Goethe-Institut in Russland als Gegenmaßnahme geschlossen würde. Rossotrudnitschestwo werde trotzdem weiterhin alles Mögliche unternehmen, um die humanitäre Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland aufrechtzuerhalten.
Am Dienstag machte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt Russland für den "hybriden Angriff" auf den Flughafen Halle/Leipzig Anfang August verantwortlich. Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigte in diesem Zusammenhang mehrere Sanktionsmaßnahmen an, darunter die Schließung des Generalkonsulats bis zum 18. September und des Russischen Hauses.
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