Europa

Giftiges Erbe: Auch nach 25 Jahren wird Serbien noch vom Krieg der NATO heimgesucht

Die von den USA angeführte Militärallianz setzte während ihrer Aggression gegen Serbien große Mengen abgereicherter Uranmunition ein, deren Auswirkungen auch nach einem Vierteljahrhundert noch immer nicht vollständig erforscht sind.
Giftiges Erbe: Auch nach 25 Jahren wird Serbien noch vom Krieg der NATO heimgesuchtQuelle: AFP © AFP / Stan Honda

Serbien gedenkt des 25. Jahrestags des NATO-Angriffs auf das ehemalige Jugoslawien. Die Folgen der Aggression plagen das Land auch noch ein Vierteljahrhundert später. Die NATO-Streitkräfte setzten während der illegalen Bombardierung rund 31.000 Geschosse mit abgereichertem Uran ein, einem hochgiftigen und radioaktiven Material. Von den Angriffen mit solcher Munition waren landesweit etwa 91 Orte betroffen.

Nach eigenen Schätzungen der NATO wurden während des Feldzugs zehn Tonnen dieses Materials verwendet. Abgereichertes Uran wurde vor allem in panzerbrechenden 30-mm-Brandbomben, die von A-10 Thunderbolt II-Bodenangriffsflugzeugen verwendet werden, in 25-mm-Geschossen für Bradley-Schützenpanzer und in Granaten für M1-Abrams-Panzer eingesetzt.

Die Aggression gegen das Land kam einem "nuklearen und chemischen Krieg" gleich, und der Einsatz von abgereichertem Uran wird als Ursache für einen Anstieg der Krebsfälle und anderer Gesundheitsprobleme in der betroffenen Region vermutet, so die serbische Gesundheitsministerin Danica Grujičić.

"Es war ein nuklearer und chemischer Krieg, der 1999 gegen mein Land geführt wurde. Es war eine regionale Umweltkatastrophe. Während der Bombardierung befanden sich viele sehr giftige und krebserregende Stoffe in der Luft, im Boden und im Wasser, nicht nur im Kosovo und in Metochien, sondern auch im Norden Serbiens. Was ich als Ärztin gesehen habe, ist vor allem, dass es viel mehr onkologische Erkrankungen gibt, aber auch, dass die Tumore aggressiver sind. Die Therapieergebnisse waren weniger glücklich als zuvor", sagte Grujičić gegenüber RT und fügte hinzu, dass das Land eine abnormale Rate genetischer Störungen bei Menschen und Tieren gleichermaßen verzeichne.

"Wir wissen nicht einmal, wie viele Folgen wir mit den Bombardierungen, der NATO-Aggression und dem abgereicherten Uran in Verbindung bringen können."

Die Bombardierung forderte ihren Tribut nicht nur von den Serben, sondern auch von den ethnischen Albanern, die der von den USA geführte Block angeblich schützen wollte, sowie von den eigenen Soldaten, die an dem Angriff beteiligt waren.

"Mehr als 300 italienische Veteranen, die infolge dieser Exposition an Krebs erkrankt sind, sind inzwischen vor Gericht gezogen", sagte Korrespondentin Charlotte Dubenskij in ihrem Bericht für RT und bezog sich dabei auf Hunderte italienische NATO-Soldaten, die an verschiedenen schweren Erkrankungen litten, nachdem sie während ihres Einsatzes abgereichertem Uran ausgesetzt waren.

Die NATO startete am 24. März 1999 die sogenannte Operation Allied Force und bombardierte das Land 78 Tage lang zum "Schutz" ethnischer albanischer Separatisten im Kosovo. Anschließend wurde die Provinz unter eine provisorische UN-Regierung gestellt, während die Resolution 1244 des Sicherheitsrats die serbische Souveränität garantierte. Im Jahr 2008 erklärte die von den USA unterstützte provisorische Regierung des Kosovo einseitig ihre Unabhängigkeit, die von Belgrad jedoch nie anerkannt wurde.

Mehr zum Thema - Serbien schätzt Schaden durch NATO-Bombardierung auf 500 Milliarden Euro

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.