Nahost

Vergeltung für Damaskus: USA und Israel bereiten sich auf "bevorstehenden" iranischen Angriff vor

Berichte über einen bevorstehenden Vergeltungsschlag Irans gegen israelische diplomatische Einrichtungen verdichten sich. US-Beamte gehen davon, dass dieser bereits in den nächsten Tagen erfolgen könnte.
Vergeltung für Damaskus: USA und Israel bereiten sich auf "bevorstehenden" iranischen Angriff vorQuelle: AFP © Louai Beshara

Die USA glauben, dass Iran als Vergeltung für einen israelischen Luftangriff in Syrien US-amerikanisches oder israelisches Personal im Nahen Osten angreifen wird. Dies berichteten mehrere Nachrichtenagenturen am Freitag und Samstag unter Berufung auf US-Beamte. Teheran hat geschworen, die sieben Offiziere zu rächen, die bei dem Bombenanschlag auf das iranische Konsulat in Damaskus am Montag getötet worden waren, darunter zwei hochrangige Kommandeure des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IGRC).

Laut einem von CNN zitierten hochrangigen Beamten der US-Regierung sei ein Vergeltungsschlag Irans unvermeidlich, wobei auch die Israelis diese Ansicht teilten. Ein Angriff könne bereits in der nächsten Woche erfolgen.

Auch andere Quellen bestätigen diese Einschätzung. Nach Angaben von Beamten, die mit NBC News und CBS News sprachen, deuten US-Geheimdienstinformationen darauf hin, dass Iran einen "Schwarm" von Shahed-Kamikazedrohnen und Marschflugkörpern gegen die diplomatische oder konsularische Einrichtungen Israels einsetzen könnte. Laut CNN wurde der mögliche Angriff in einem Telefongespräch zwischen Präsident Joe Biden und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Donnerstag besprochen.

Seit Ende Januar, als eine Kamikazedrohne drei Soldaten getötet hatte, die auf einem abgelegenen Außenposten nahe der jordanisch-syrischen Grenze stationiert gewesen waren, hat es in der Region keine größeren Angriffe auf US-Personal gegeben. In dieser Woche schossen US-Truppen zwei Drohnen in der Nähe des Stützpunkts at-Tanf in Südsyrien ab, wie CNN unter Berufung auf US-Verteidigungsbeamte berichtete.

Der iranische Oberste Führer Ali Chamenei hat versprochen, dass Israel "eine Ohrfeige" erhalten werde. Beamte in Teheran sprachen auch Drohungen gegen die USA aus, obwohl Washington behauptete, nicht gewusst zu haben, dass der Angriff auf die iranische Mission in Damaskus stattfinden würde.

Auch der libanesische Hisbollah-Führer Sayyid Hassan Nasrallah erklärte, dass die Antwort Irans auf den Terroranschlag in Damaskus "mit Sicherheit" kommen wird. Er erklärte auch die Taktik Teherans. Nasrallah zufolge erschöpft die Islamische Republik Israel absichtlich und zwingt es, in Unwissenheit über ein mögliches Ziel des Angriffs alle seine Ressourcen zu mobilisieren.

Israel hat Iran beschuldigt, die Hamas, die Hisbollah und andere militante propalästinensische Gruppen zu unterstützen, und hat geschworen, während seines Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen jegliche Sicherheitsbedrohung zu neutralisieren. Obwohl Israel nicht direkt die Verantwortung für den Tod der iranischen Generäle übernommen hat, warnte Verteidigungsminister Joaw Galant, dass "jeder, der im gesamten Nahen Osten gegen uns handelt", "einen hohen Preis" zahlen werde. Auch Netanjahu hat für den Fall eines iranischen Angriffs auf sein Land mit "Konsequenzen" gedroht.

Israel griff am 1. April iranische diplomatische Vertretung in Damaskus mit Präzisionsraketen an. Bei dem Angriff kamen 13 Personen um, darunter mehrere iranische Diplomaten sowie sieben Offiziere der IRGC, darunter zwei Generäle – Mohammad Reza Zahedi und Mohammad Hadi Haji Rahimi.

General Zahedi war ein hochrangiger Befehlshaber der Quds-Einheit, der Eliteeinheit der IRGC, die für Operationen auf fremdem Boden zuständig ist, während General Rahimi sein Stellvertreter war. Der iranische General Qassem Soleimani, der im Januar 2020 während eines Besuchs im Irak durch einen US-Drohnenangriff ermordet worden war, war Befehlshaber derselben Division gewesen.

Mehr zum ThemaNahost: Israel droht bei Angriff aus Iran mit "Konsequenzen"

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.