
Japan fordert mehr Disziplin von US-Marineinfanteristen auf Okinawa

Die in Japan liegenden US-Militärbasen stehen nach einer Reihe von Straftaten, die zuletzt von US-Armeeangehörigen begangen wurden, wieder im Schlaglicht der örtlichen Presse. Auch die Regierung in Tokio sieht jetzt Handlungsbedarf und appelliert an ihren wichtigsten Verbündeten in Washington. Der jüngste Vorfall, der das Fass schließlich zum Überlaufen gebracht hat, datiert vom 31. Oktober.

Nachdem die japanische Polizei am Samstag während der Ausgangssperre auf Okinawa den US-Armeeangehörigen Kalvin Montoya Cardona alkoholisiert am Steuer eines Fahrzeugs erwischt hatte, forderte Tokio Washington auf, die Disziplin der in Japan stationierten Truppe zu verbessern und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Der Leiter des Kabinettssekretariats, Minoru Kihara, stufte den Vorfall als "unzulässig" ein und sprach von großer Besorgnis unter den Ortsansässigen. Die Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi habe Washington auf höchster Ebene ihren Unmut übermittelt und eindringlich darum gebeten, erneute Delikte zu verhindern.
Auch Japans Verteidigungsminister Shinjirō Koizumi meldete sich zu Wort. Am Montag forderte der Politiker die USA dazu auf, die jüngste Festnahme des US-Armeeangehörigen auf Okinawa ernst zu nehmen. Dabei machte er insbesondere darauf aufmerksam, dass das Delikt während der seit dem 9. Oktober geltenden Ausgangssperre begangen worden war. Diese war für 30 Tage verhängt worden, nachdem der US-Gefreite Devin Ballard am 4. Oktober in der Inselhauptstadt Naha eine Einwohnerin mutmaßlich ausgeraubt und getötet hatte. Koizumi forderte das US-Militär auf, die von 0 bis 5 Uhr geltende Ausgangssperre strikt zu befolgen. Der Politiker teilte mit, dass momentan bilateral auf hoher Ebene über präventive Maßnahmen beraten werde.
"Wir wollen so schnell wie möglich zu einem Entschluss gelangen, die Maßnahmen bekannt geben und sie in die Praxis umsetzen."
Das auf Okinawa stationierte US-Kontingent zählt ungefähr 30.000 Soldaten. Der Mord, den Ballard begangen haben soll, ist nicht die erste gewaltsame Straftat in Japan, hinter der ein US-Armeeangehöriger steckt. In den vergangenen Jahren sind die US-Marineinfanteristen Jamel Clayton und Brennon R. E. Washington wegen Vergewaltigung zu sieben bzw. fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auf Okinawa werden regelmäßig Protestdemonstrationen gegen die US-Militärpräsenz organisiert.
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