Lateinamerika

Elf Kilogramm Gewichtsverlust: US-Gericht lehnt Kaution für Maduros Ehefrau ab

Cilia Flores soll in US-Haft elf Kilogramm abgenommen und im Juli möglicherweise einen Herzinfarkt erlitten haben. Das Gericht lehnte ihren Antrag auf Freilassung gegen Kaution ab. Zudem wurden gegen sie und Nicolás Maduro neue Anklagepunkte erhoben.
Elf Kilogramm Gewichtsverlust: US-Gericht lehnt Kaution für Maduros Ehefrau ab© KI-generiert

Ein US-Bundesrichter hat den Antrag auf Freilassung gegen Kaution von Cilia Flores, der Ehefrau des ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, abgelehnt. Die Verteidigung hatte aufgrund gesundheitlicher Probleme beantragt, Flores unter Hausarrest zu stellen. Dies berichten Reuters und Associated Press (AP).

Richter Alvin Hellerstein begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die Staatsanwaltschaft Flores als besonders fluchtgefährdet einstufte. Zudem verwies er darauf, dass sie sich einer empfohlenen Herzkatheteruntersuchung nicht unterziehen wolle, und erklärte, ihr Bluthochdruck sei medikamentös behandelbar. Außerdem schätzte er die Beweislage gegen Flores als stark ein und bezeichnete ihren Gesundheitszustand bei der Anhörung als relativ gut.

Die 69-jährige Flores befindet sich seit Anfang Januar gemeinsam mit ihrem Ehemann im Metropolitan Detention Center in Brooklyn.

Nach Angaben ihrer Anwälte hat sie während der Haft rund elf Kilogramm abgenommen und zwei Zähne verloren. Bei ihrer Festnahme sei sie gegen eine Wand oder eine Kommode geschleudert worden, wodurch bleibende Narben entstanden seien. Sie habe im Juli möglicherweise einen leichten Herzinfarkt erlitten und benötige womöglich eine Herzoperation. Die Verteidigung argumentierte, Flores solle sich außerhalb des Gefängnisses von einem möglichen Eingriff erholen können. Die Staatsanwaltschaft erklärte dagegen, sie habe angemessene medizinische Versorgung erhalten.

Als Alternative zur Haft schlugen Flores’ Anwälte vor, sie in einer Residenz im Großraum New York unter Hausarrest und ständiger Bewachung unterzubringen. Nach einem Bericht des Guardian sollte eine private Sicherheitswache rund um die Uhr anwesend sein.

Wenige Stunden vor der Gerichtsanhörung hatte die US-Staatsanwaltschaft ein ergänzendes Anklagepapier gegen Maduro und Flores bekannt gegeben. Darin wird ihnen zusätzlich eine Verschwörung zur Folter vorgeworfen. Nach Angaben des US-Justizministeriums geht es um mutmaßliche Folter von politischen Gegnern und US-Bürgern, die sich in venezolanischem Gewahrsam befanden. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bewiesen.

Nach einem früheren Bericht von CNN bezogen sich die Ermittlungen auch auf die Inhaftierung von mehr als einem Dutzend US-Bürgern während Maduros Amtszeit. Die später veröffentlichte Anklageschrift beschreibt mutmaßliche Folter an neun Personen, darunter drei US-Bürger. CNN hatte zudem unter Berufung auf eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle berichtet, dass weitere Personen wegen einer möglichen Beteiligung an der Folter angeklagt werden könnten.

Maduro und Flores wurden am 3. Januar 2026 bei einer US-Militäroperation in Caracas festgenommen und in die Vereinigten Staaten gebracht. Dort müssen sie sich wegen verschiedener Straftaten verantworten, darunter "Narkoterrorismus", die Verschwörung zur Einfuhr von Kokain in die USA sowie Waffenvergehen. Nach Darstellung der US-Staatsanwaltschaft sollen Maduro und weitere venezolanische Führungskräfte Drogenhändler über Jahre hinweg geschützt und unterstützt haben.

Zu den ursprünglichen Vorwürfen hatten beide auf nicht schuldig plädiert. Zu den neuen Foltervorwürfen haben sie vor Gericht bislang noch keine Erklärung abgegeben. Maduros Anwalt erklärte jedoch, sein Mandant weise die Anschuldigungen zurück und wolle sich vor Gericht verteidigen.

Die Verteidigung beantragte zudem die Einstellung des Verfahrens. Sie argumentiert, Maduro genieße als Staatsoberhaupt und Flores als First Lady eines ausländischen Staates Immunität. Über diesen Antrag ist noch nicht abschließend entschieden.

Der Prozess gegen das Ehepaar soll am 1. Juni 2027 beginnen. Bei einer Verurteilung wegen der Verschwörung zur Einfuhr von Kokain in die USA droht ihnen eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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