Putin kommt Trump entgegen: In Russland verurteilter US-Söldner Hubbard wieder auf freiem Fuß

Die Stippvisite des US-Sondergesandten Witkoff in Sankt Petersburg hat mindestens ein greifbares Ergebnis: Ein in Russland wegen Söldnertums verurteilter US-Bürger kehrt in die Heimat zurück. US-Präsident Trump hat Kremlchef Putin um die Freilassung seines Landsmanns gebeten.

In die Gespräche zwischen Russland und den USA ist wieder Bewegung gekommen. An diesem Mittwochmorgen traf der US-Sondergesandte Steve Witkoff in Sankt Petersburg ein und wurde vom russischen Staatschef Wladimir Putin empfangen. Das Hauptthema der inzwischen neunten persönlichen Zusammenkunft zwischen dem Vertrauten von US-Präsident Donald Trump und dem Kremlchef waren neue Wege zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Gleich zu Beginn der Verhandlungen kam Putin seinem US-Amtskollegen entgegen, nachdem dieser ihn um die Freilassung eines in Russland inhaftierten US-Bürgers gebeten hatte.

Als Geste des guten Willens ließ der Kremlchef den 74 Jahre alten Stephen Hubbard aus dem Gefängnis befreien. Putin teilte Witkoff mit, dass der freigelassene Mann am Flughafen Pulkowo warte, um mit dem US-Sondergesandten in die Heimat zu fliegen. Witkoff dankte dem Kremlchef für diesen Schritt.    

Der im US-Bundesstaat Michigan geborene Hubbard war seit April 2022 in Russland in Haft. Im Oktober 2024 war der betagte Mann von einem Gericht in Moskau wegen Söldnertums zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Tribunal in der russischen Hauptstadt sah es damals als erwiesen an, dass der US-Amerikaner im Februar 2022, als Russland seine Sonderoperation in der Ukraine begonnen hatte, in der Stadt Isjum im ukrainischen Gebiet Charkow gegen Entgelt einem Bataillon der ukrainischen Territorialverteidigung beigetreten sein soll. Der betagte Lehrer im Ruhestand bestritt die Vorwürfe.

Russlands Außenministerium erklärte mehrmals, dass an der Seite der ukrainischen Streitkräfte Militärexperten aus NATO-Ländern kämpften. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa betonte dabei, dass es sich bei ihnen keinesfalls um bloße Berater oder Ausbilder handele, sondern um regelrechte Söldner. Die Diplomatin warf der Führung in Kiew vor, das Anwerben von Söldnern im Ausland in einen Teil der politischen und militärischen Strategie der Ukraine verwandelt zu haben.

Die Freilassung von Hubbard war nicht das erste Mal, dass die russischen Behörden einen verurteilten US-Amerikaner aus humanitären Gründen wieder auf freien Fuß setzten. Zuletzt war Robert Gilman am 11. August 2026 wieder auf freien Fuß gekommen. Der Mann war am 19. Januar 2022 festgenommen worden, nachdem er alkoholisiert in einem Zug aus Suchum nach Moskau randaliert und einen Polizeibeamten geschlagen haben soll. Ein Gericht verurteilte ihn zunächst zu 4,5 Jahren Gefängnis, verkürzte aber später die Freiheitsstrafe um ein Jahr.

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