Ein Abhörgerät im OpenAI-Büro: FBI nimmt saudischen Ex-Mitarbeiter fest

Ein ehemaliger OpenAI-Mitarbeiter soll eine Wanze im Büro des ChatGPT-Entwicklers versteckt haben, um vertrauliche Gespräche der Führung aufzuzeichnen. Der Fall wirft Fragen zur Sicherheit des KI-Unternehmens auf.

Ein Mitarbeiter von OpenAI ist festgenommen worden, weil er ein Aufnahmegerät in den Büros des ChatGPT-Entwicklers in San Francisco versteckt haben soll, um vertrauliche Gespräche des Managements aufzeichnen zu können. Wie das amerikanische Justizministerium am Dienstag mitteilte, handelt es sich bei dem mittlerweile entlassenen Mitarbeiter um einen 35 Jahre alten Mann mit saudi-arabischer Staatsangehörigkeit.

Der Mann wurde nach Angaben der Behörden am vergangenen Freitag festgenommen und am Dienstag einem Richter vorgeführt. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar.

Nach Angaben von OpenAI arbeitete der Mann seit Juli vergangenen Jahres als Softwareentwickler im Produktteam des Unternehmens. Die Abhörvorrichtung wurde demnach am 30. September bei einer routinemäßigen Bürodurchsuchung entdeckt. OpenAI nutzte nach eigenen Angaben seine KI-Modelle, um das Gerät zu untersuchen und den Mitarbeiter zu identifizieren, der es wenige Tage zuvor installiert haben soll. Anschließend informierte das Unternehmen das FBI. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass der ehemalige Mitarbeiter weitere Aufnahmegeräte installieren wollte.

Laut US-Justizministerium versteckte der Beschuldigte die Wanze im USB-Anschluss eines Fernsehers in einem Besprechungsraum, in dem die OpenAI-Führung häufig vertrauliche technische, geschäftliche und strategische Themen erörtert. Er habe das Gerät mit Toilettenpapier umwickelt. Kameraaufnahmen zeigten, dass er sich in den Tagen vor dem Fund wiederholt in der Nähe des Raums aufgehalten habe, obwohl er nicht berechtigt gewesen sei, an den dortigen Besprechungen teilzunehmen.

Zudem habe der Mann vor der Installation über Produktivitätssoftware verdächtige Suchanfragen zu Besprechungsräumen gestellt. Ein Chatbot-Konto, das seiner Frau zugeordnet werde, habe nach Anleitungen zum Bau von Aufnahmegeräten gesucht. Am 5. Oktober sei er nach dem Entfernen der Wanze erneut in den Raum gegangen und habe hinter den Fernseher geschaut.

"Bislang haben wir keine Hinweise darauf, dass diese Person unberechtigt auf Modellparameter, Quellcode oder Kundendaten zugegriffen hat", sagte ein Unternehmenssprecher.

Der mutmaßliche Spionagefall wirft Fragen zur Sicherheit bei OpenAI auf. Das Unternehmen betont, sein Sicherheitsprogramm schütze vor Bedrohungen durch Insider und Cyberkriminelle. Hinweise darauf, dass der Ex-Mitarbeiter Zugang zu Kundendaten oder anderen sensiblen Informationen erlangte, gebe es nicht.

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