Donald Trump vor der UNO: Drohungen gegen Iran, KI wird "Superintelligenz"

38 Minuten sprach Donald Trump vor der UN-Vollversammlung. Er lobte sich und bedrohte andere, nicht anders als in seinen Nachrichten in den sozialen Medien. Und nutzte die Gelegenheit, um wieder einmal etwas umzubenennen.

Donald Trumps Rede vor der UN-Vollversammlung begann mit den USA selbst, die nicht nur laut Trump das mächtigste Militär der Welt haben: "Unsere Technologie steht hinter niemand zurück und wir führen bei fast allem, unsere Energie betreibt den Planeten." Armutsrate, Kriminalität, Mordrate, alles sei besser als je zuvor, während die Aktienkurse gestiegen seien und der Tourismus aufblühe. Ein "goldenes Zeitalter für Amerika".

Darauf hin erklärte er, er habe das "iranische Regime" bezwungen, das "51 Jahre lang (...) durch Blutvergießen und Massenmord regierte, Tod und Gemetzel und Chaos (...) verbreitete". Die US-Marine geleite jede Nacht Dutzende Schiffe durch die Straße von Hormus. Und dann folgte die Drohung, wie bei Trump üblich nach Erwähnung eines "Deals": "Oder vernichte ich die Islamische Republik und tue es schnell, gebe ihnen nie wieder die Chance, zu töten und Leute und Länder wieder zu zerstören? Treibe ich sie in die Hölle ohne Chance auf Überleben und Hoffnung auf zukünftige Größe oder Generationen?"

Die selbst vom Pentagon gemachten Aussagen zu einem Munitionsmangel der USA stritt er ab: "Wir haben mehr Munition, als wir uns je vorstellen könnten einzusetzen, und wir machen sie auf einem Niveau wie nie zuvor."

Weitere Drohungen, wenn auch verhüllter, gingen nicht nur in Richtung Kuba, sondern auch in Richtung Mexiko. Als Grund dafür nannte er die mexikanischen Drogenkartelle: "Wie der IS sollten sie getötet werden, ins Exil geschickt oder als feindliche Kämpfer ohne Möglichkeit der Entlassung weggesperrt werden." Und dann: "Es ist inakzeptabel für die Vereinigten Staaten, eine Grenze von 2.000 Meilen (rund 3.200 Kilometer; Anm.) mit einem Gebiet zu teilen, das von feindlichen Kartellen kontrolliert wird." Freiheit werde nach Kuba kommen, und mit Sicherheit nach Mexiko.

Die Bedingungen des Grönland-Abkommens, das nach seiner Rede am Rande der Vollversammlung mit Vertretern Grönlands und Dänemark unterzeichnet wurde, benannte er auch. Dabei erklärte er Grönland zur nördlichen Grenze Nordamerikas.

"Die Menschen von Grönland geben selbst den Vereinigten Staaten dauerhafte Kontrolle über Sicherheit und alle anderen Bedürfnisse auf diesem Gebiet. (...) Keinem Gegner der USA wird es je wieder erlaubt, eine militärische Präsenz auf Grönland zu errichten oder ohne unsere schriftliche Genehmigung sensitive Investitionen dort zu tätigen. Wir werden dort zwei sehr große Militärstützpunkte errichten."

Auch auf den Internationalen Strafgerichtshof ging er ein. Dabei erklärte er nicht nur, es handele sich um ein "antiamerikanisches Tribunal"; er forderte andere Länder zum Austritt auf:

"Ich rufe alle Nationen, die Mitglieder des ICC sind, auf, offiziell sofort aus dieser Schurkeninstitution auszutreten."

Zum Abschluss forderte er noch auf, den Begriff "künstliche Intelligenz" durch "Superintelligenz" zu ersetzen. "Das sorgt dafür, dass es fake klingt, und es ist nicht fake." Er kündigte an, dieser Begriff sei künftig in offiziellen Dokumenten der Vereinigten Staaten zu nutzen. "Und wir führen jetzt weit vor China und jedem anderen, und wir werden es weiter so lassen." Auch darin kann man eine Drohung sehen.

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