Die strategische Erdölreserve der USA (Strategic Petroleum Reserve, SPR) stehe laut einem Bericht des US-Rechnungshofs (Government Accountability Office, GAO) vor wachsenden Risiken. Als Gründe werden eine alternde Infrastruktur sowie historisch niedrige Lagerbestände genannt, die die Fähigkeit zur Reaktion auf künftige Energiekrisen erheblich beeinträchtigen könnten.
Nach Angaben des GAO sank die effektive Entnahmekapazität der Reserve bis Dezember 2025 auf rund 61 Prozent der ursprünglichen Kapazität, während die Wiederauffüllkapazität bei etwa 56 Prozent lag. Mehr als ein Viertel der gelagerten Mengen war aufgrund von Bauarbeiten und Ausfällen in den Kavernen zeitweise nicht verfügbar.
Seit 1985 stellte die Notfallreserve mehr als 500 Millionen Barrel Rohöl bereit, davon rund 70 Prozent zwischen 2014 und 2025. Besonders stark belastend war eine Entnahme von 180 Millionen Barrel im Jahr 2022 nach der Eskalation des Ukraine-Konflikts.
Im März 2026 hatte das US-Energieministerium zudem weitere 172 Millionen Barrel als Reaktion auf den US-israelischen Krieg in Iran freigegeben, der Ende Februar ausgebrochen war und die globalen Ölpreise stark ansteigen ließ. Ende Juni belief sich die SPR nur noch auf 325,7 Millionen Barrel – den niedrigsten Stand seit 1983.
Die US-Aufsichtsbehörde warnte, dass es ohne umfassende Modernisierungen der SPR-Infrastruktur möglicherweise nicht gelingen werde, künftige Entnahmeanordnungen zu erfüllen. Viele zentrale Anlagen, darunter Pumpen, Pipelines und Ventile aus den 1970er und 1980er Jahren, seien deutlich über ihre geplante Lebensdauer hinaus in Betrieb, was zu operativen Einschränkungen führen könne. Die Investitionen in die SPR würden nicht mit dem Bedarf der alternden Vorrichtungen Schritt halten.
Zudem habe das US-Energieministerium seine langfristige Strategie für die SPR seit dem Jahr 2016 nicht aktualisiert, obwohl sich die globalen Energiemärkte deutlich verändert hätten und es wiederholt zu groß angelegten Notfallentnahmen gekommen sei. Der aktuelle Wartungsrückstand wird nach Angaben der Behörden auf rund 230 Millionen US-Dollar geschätzt.
Die SPR der USA wurde im Jahr 1975 nach dem arabischen Ölembargo vom US-Kongress als Notfallpuffer eingerichtet. In der Anlage können theoretisch mehr als 700 Millionen Barrel Rohöl in unterirdischen Kavernen entlang der Golfküste in Texas und Louisiana gespeichert werden, jedoch wurden die Vorräte in den vergangenen Jahren stark in Anspruch genommen.
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