Es sei bemerkenswert, wie Linke auf der ganzen Welt zu den Drohungen Donald Trumps gegen Kuba, zur Seeblockade der "Freiheitsinsel" und zu offensichtlichen Aggressionsplänen der USA schwiegen, sagte der Podcaster und Geopolitikexperte Alexander Mercouris in einer diesem Thema gewidmeten Ausgabe des Duran-Podcasts am Mittwoch. O-Ton Mercouris:
"Das ist etwas, das ich wirklich merkwürdig finde: Wenn man berücksichtigt, wie kultig Kuba für Linke in Europa und den USA über so viele Jahre war, wie bedeutend Kuba in den internationalen Beziehungen über eine sehr lange Zeitspanne war, überrascht es mich, wie wenig Interesse es weltweit an diesem Thema gibt. Die europäische Linke scheint ihr Interesse an Kuba vollständig verloren zu haben. All diese Leute, die in ihren jungen Jahren Che-Guevara-Porträts an den Wänden hängen hatten, viele von ihnen führen nun linksgerichtete Regierungen in ihren Ländern an, sie scheren sich nicht darum, was heute in Kuba geschieht."
Die einzigen, die wenigstens etwas Anteilnahme gezeigt und zu helfen versucht hätten, seien die Russen, sagte Mercouris weiter. Andere "Freunde" und Verbündete von Kuba, auch im "Globalen Süden", scheinen das Land seinem Schicksal überlassen zu haben. Das sei wirklich außerordentlich und beispiellos. Er könne es sich nur so erklären, dass viel von der Faszination Kubas unter Linken an der Persönlichkeit und dem Charisma von Fidel Castro hing. Nach seinem Tod sei das Phänomen der Kuba-Solidarität sukzessive eingeschlafen.
Beide Duran-Podcaster, Mercouris und sein Gesprächspartner Alex Christophorou, waren sich darin einig, dass die USA am Ziel eines "Regimewechsels" in Havanna festhielten. Es gebe zwar keine unmittelbaren Vorteile, die die USA daraus ziehen könnten, aber für den US-Außenminister Marco Rubio sei dies eine persönliche Herzensangelegenheit und er könne sich dadurch als nächster Präsidentschaftskandidat der Republikaner besser aufstellen.
Langfristig seien die Folgen auch für die USA verheerend: Immer mehr Länder überzeugten sich davon, dass Washington zur Politik der Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder zurückgekehrt ist, und das nicht nur in seinem "Hinterhof". Dies werde eine Gegendynamik der Entfremdung auslösen.
Aktuell würden die kubanischen Behörden versuchen, einen Ausgleich mit den USA auszuhandeln, weshalb sie – so die Meinung von Mercouris – auch auf weitere Hilfslieferungen aus Russland verzichtet hätten, um Washington nicht zu verärgern. Die Aussichten, dass diese Verhandlungen so ausgingen, wie Havanna es sich vorstellt – der Erhalt des politischen Systems gegen wirtschaftliche Zugeständnisse –, halten beide Experten jedoch für gering. Washington werde von seinen Maximalforderungen kaum abrücken, so ihre Einschätzung.
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