Änderungen des Geschlechtseintrags gehen in Deutschland zurück

Der Trend, eine Änderung der geschlechtlichen Identität behördlich dokumentieren zu lassen, lässt in Deutschland nach. Im November 2024 hatte die damalige Ampelkoalition mit dem Selbstbestimmungsgesetz einen derartige Änderung vereinfacht. Nun wird deutlich: Der Zulauf auf die Ämter nimmt ab.

Am 9. Oktober diesen Jahres gab das Statistische Bundesamt aktuelle Daten zur behördlichen Erfassung von Geschlechtswechseln bekannt. Seit November 2024 erfolgt dieser Akt mittels einer einfachen persönlichen Erklärung auf dem Standesamt. Auch die Änderung des Vornamens im Personenstandsregister ist seither unkompliziert möglich. Ein vorheriges psychologisches Gutachten oder gar ein vorheriger operativer Eingriff sind nicht mehr erforderlich. Seit 2018 gibt es auf deutschen Standesämtern die Rubriken "männlich", "weiblich", "divers" und "ohne Angabe".

Wie zu erwarten war, stiegen die Fälle behördlich registrierter Änderungen des Geschlechtseintrags am November 2024 stark an. Waren es in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 – als noch das alte Transsexuellengesetz galt – insgesamt 596 Personen, die ihren Geschlechtseintrag ändern ließen, trafen im November 2024 ganze 7.057 Bürger diese Entscheidung, im Dezember 2024 immerhin 2.936 Personen. Für das Gesamtjahr 2024 gibt das Statistische Bundesamt 10.589 Geschlechtsänderungen auf deutschen Standesämtern an.

Im darauffolgenden Jahr 2025, dem ersten Jahr, in dem das neue Gesetz ganzjährig galt, waren es dann deutschlandweit 15.688 Änderungen der Geschlechtseintragungen, die das Statistische Bundesamt über die Statistischen Landesämter von den Standesämtern übermittelt bekam. Doch schon in der zweiten Jahreshälfte 2025 gingen die Zahlen deutlich zurück: Ab August 2025 unterschritten sie schließlich die Tausender-Marke.

Dieser Abwärtstrend setzte sich im Jahr 2026 fort. Bisher liegen nur die Zahlen bis Juli 2026 vor, aber sie zeigen: Von Januar bis Juli 2026 wollten monatlich je nur rund 550 bis 750 Bundesbürger ihr Geschlecht amtlich wechseln. Das sind insgesamt für dieses Jahr bisher 4620 Menschen.

Die Deutsche Presse-Agentur macht in ihrer Berichterstattung die Rechnung für das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern auf und berichtet über die Entwicklung in der Hansestadt Rostock. Dem Sprecher der Stadtverwaltung zufolge sei kurz nach Beginn der Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes der Ansturm hoch gewesen – nunmehr relativiere es sich aber etwas.

Seien es allein im November und Dezember 2024 in Rostock 109 Menschen gewesen, die ihren Geschlechtsvermerk in den behördlichen Unterlagen hätten ändern lassen, sei die Zahl im Gesamtjahr 2025 auf 72 Personen zurückgegangen. Für das ganze Jahr 2026 lägen die Zahlen noch nicht vor, aber bisher habe es in Rostock 56 Fälle gegeben. Eine ähnliche Tendenz gibt es der Jungen Freiheit zufolge in der vorpommerschen Stadt Greifswald.

Generell überwiegen die Änderungen von der Rubrik "weiblich" in die Rubrik "männlich". Im Gesamtjahr 2025 machten sie 42,38 Prozent aller Wechsel im Geschlechtseintrag aus. Den umgekehrten Weg, nämlich von "männlich" zu "weiblich", wollten rund 27,44 Prozent aller Antragssteller gehen. In 9,33 Prozent der Fälle wollten Männer sich als "divers" oder "keine Angabe" anerkennen lassen, bei 20,36 Prozent der Anträge wünschten sich Frauen diese Einträge.

Mehr zum Thema – Düsseldorf: Kommissar wird Kommissarin ‒ und wegen Betrugs angezeigt