Inflation in Deutschland steigt auf 3,3 Prozent

Die Inflation in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren gestiegen. Zugleich wächst angesichts des anhaltenden Iran-Kriegs und des Vorrückens der Huthi im Jemen an der Meerenge Bab al-Mandab die Sorge um die globale Ölversorgung.

Die Inflationsrate in Deutschland ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch auf Grundlage einer ersten Schätzung mit. Im August hatte die Teuerungsrate bei 2,9 Prozent gelegen, nach 2,8 Prozent im Juli und 2,3 Prozent im Juni.

Haupttreiber der Inflation waren erneut die Energiepreise. Sie stiegen im Jahresvergleich um 14,9 Prozent. Lebensmittel verteuerten sich um 0,4 Prozent, Waren um 3,8 Prozent und Dienstleistungen um 2,7 Prozent. Angesichts des schwelenden Iran-Kriegs und des Vorrückens der Huthi im Jemen an der Meerenge von Bab al-Mandab gab es zuletzt neue Sorgen um die globale Ölversorgung.

Insgesamt mussten die Menschen in Deutschland im September für Kraftstoffe und Haushaltsenergie 14,9 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor, wie die Berechnungen der Statistiker ergaben. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb nach schon starken Anstiegen in den Vormonaten.

Welche Produkte sich besonders verteuerten oder verbilligten, zeigen die bereits detaillierter veröffentlichten Zahlen aus Nordrhein-Westfalen, die als weitgehend repräsentativ für Deutschland gelten. Das berichtet die FAZ am Mittwoch. Haupttreiber der Teuerung bleiben demnach energieintensive Produkte und insbesondere die vom Ölpreis abhängigen Güter. Heizöl verteuerte sich im Jahresvergleich um 49,9 Prozent, Diesel um 48,7 Prozent und Benzin um 33,8 Prozent. Die Kraftstoffpreise insgesamt stiegen um 36,9 Prozent.

Beim Erdgas zeigt sich dagegen ein Sondereffekt. Zwar sind auch die Preise auf den Weltmärkten deutlich gestiegen, bei Bestandskunden kommen diese höheren Kosten jedoch mit Verzögerung an. Zudem sorgte die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum Jahreswechsel für eine gewisse Entlastung. Nach Angaben der Statistiker lag der Gaspreis im Durchschnitt 1,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Bei den Lebensmitteln blieb die Preisentwicklung insgesamt nahezu stabil, auch wenn sich einzelne Produkte deutlich verteuerten. So stieg der Preis für Brot trotz höherer Weizenpreise auf den internationalen Märkten gegenüber dem Vorjahresmonat und dem Vormonat lediglich um 0,1 Prozent. Inflationsbereinigt entspricht dies einem leichten Preisrückgang.

Einzelne Lebensmittel verteuerten sich dennoch deutlich. Gemüse wurde innerhalb eines Jahres um 11,2 Prozent teurer, offenbar auch wegen schlechter Ernten infolge der Trockenheit. Fisch verteuerte sich um 5,3 Prozent. Dagegen sanken die Preise für Speisefette um 16,5 Prozent, für Molkereiprodukte und Eier um 4,5 Prozent und für Obst um 2,9 Prozent.

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