Luftfahrt: Kerosinpreise schießen nach Iran-Angriffen erneut in die Höhe

Donald Trump hat mit neuen Angriffen auf Iran die Spannungen im Nahen Osten erneut angeheizt. Die dadurch ausgelösten Störungen in der Straße von Hormus lassen die Kerosinpreise abermals kräftig steigen. Lufthansa und andere Airlines kürzen deshalb Tausende Flüge und rechnen mit deutlich höheren Kosten.

Noch vor Kurzem herrschte vorsichtiger Optimismus. Viele in der Luftfahrtbranche glaubten, die Krise um Iran sei auf dem Weg zur Entspannung und die Airlines könnten die hohen Treibstoffpreise einigermaßen verkraften. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen.

Mit neuen Angriffen auf Iran hat US-Präsident Donald Trump die Lage wieder verschärft und diesmal die Straße von Hormus ausdrücklich ins Visier genommen. Die wichtige Ölroute ist damit erneut zum zentralen Problem geworden. 

Die jüngsten Militärschläge haben die Hoffnungen auf eine baldige Öffnung zunichtegemacht und die Versorgung mit Kerosin massiv beeinträchtigt. Die Preise für Flugtreibstoff sind daraufhin erneut deutlich gestiegen. Die Folgen treffen die europäischen Fluggesellschaften hart, besonders die Lufthansa.

Die Lufthansa Group zieht nun die Konsequenzen und streicht in den nächsten sechs Monaten rund 20.000 Flüge. Damit sollen mehr als 40.000 Tonnen Kerosin eingespart werden. Besonders betroffen sind die großen Drehkreuze in Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom. Die Lufthansa-Aktie hat allein in dieser Woche mehr als fünf Prozent verloren.

Zusätzlich belastet die weiterhin geltende Sperrung des russischen Luftraums für westliche Airlines die Bilanzen. Viele Maschinen müssen große Umwege fliegen, was die Flugzeiten verlängert und den Spritverbrauch zusätzlich in die Höhe treibt. Bei der Lufthansa werden für dieses Jahr Mehrkosten von bis zu 1,7 Milliarden Euro allein für Kerosin erwartet.

Auch andere europäische Gesellschaften wie Air France-KLM reagieren mit Streckenkürzungen und Umleitungen. In den USA haben Carrier wie American Airlines bereits Flüge gestrichen und Gebühren erhöht. Die gestiegenen Kosten landen größtenteils beim Passagier – in Form teurerer Tickets und dünnerer Flugpläne.

Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Die Störungen in der Golfregion wirken sich langfristig auf die Raffinerien aus, sodass die Treibstoffknappheit noch Monate andauern könnte. Für Reisende bedeutet das: höhere Preise, weniger Direktflüge und längere Reisen, vor allem auf Asien-Routen.

Die Luftfahrt zeigt sich wieder einmal als besonders verwundbar, wenn Trumps Iran-Krieg die Energieversorgung trifft. Die doppelte Belastung aus der neuen Iran-Krise und dem gesperrten russischen Luftraum zwingt die Branche zu schmerzhaften Einschnitten.

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