Am Mittwoch stach mit zunächst 40 Booten die Freedom-Flotilla 2026 von Barcelona in Richtung Gaza in See. Weitere 30 Boote aus anderen Mittelmeerhäfen werden sich der Hilfsmission anschließen. Mit insgesamt 70 Booten und rund 1.000 Friedensaktivisten handelt es sich um die bisher größte Flotilla-Unterstützungsmission für Gaza. Teilnehmer erklärten, es sei die größte zivile Mobilisierung überhaupt, gegen Israels Vorgehen in den palästinensischen Gebieten. Mit ihren Schiffen wollen sie die israelische Blockade durchbrechen und Hilfsgüter für die Menschen in Gaza liefern.
In einer Pressemitteilung schrieben Organisatoren der Flotilla, angesichts des politischen und moralischen Versagens ihrer Regierungen würden sich immer mehr Menschen mit einem Gewissen aus der Zivilgesellschaft erheben:
"Da unsere Regierungen den Völkermord schüren und ihren rechtlichen und moralischen Verpflichtungen nicht nachkommen, erheben sich die Menschen der globalen Zivilgesellschaft in immer größerer Zahl gemeinsam. Diese Flottille ist eine kollektive Aktion von gewaltigem globalem Ausmaß – sie vereint Aktivisten, Rechtsexperten, Parlamentarier, medizinisches Fachpersonal, Ingenieure, Künstler, Journalisten und andere Menschen mit Gewissen auf der ganzen Welt." – Lenkungsausschuss der Freedom Flotilla Coalition (FFC)
Um Israels illegale Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen, haben sich 2026 mehrere Initiativen und Flotillen zusammengeschlossen: Die Global Sumud Flotilla, die Global Freedom und Sumud Flotilla, die "Thousand Madleens to Gaza" und die "Freedom Flotilla Coalition".
In der FFC-Erklärung heißt es weiter:
"Gemeinsam werden wir eine koordinierte weltweite Aktion zivilen Widerstands starten. Wir wollen damit gegen Israels anhaltenden Völkermord am palästinensischen Volk, seine jahrzehntelange illegale Blockade und Besatzung sowie die Strukturen, die diese ermöglichen, vorgehen."
Als eines der wenigen westlichen Medien, dem bislang die diesjährige internationale Global-Sumud-Flotilla eine Nachricht wert ist, berichtete Euronews am Mittwoch über den Start. Schlechtes Wetter habe die Organisatoren zur Verschiebung der Abfahrt vom 12. April auf den 15. April gezwungen. Die Aktivisten hofften, dass ihre jüngste Mission die Aufmerksamkeit wieder auf die Notlage der in Gaza lebenden Palästinenser lenken wird. Das Nachrichtenmagazin zitierte den palästinensischen Aktivisten Saif Abukeshek vom Lenkungsausschusses der Flottille:
"Wir segeln, weil die Regierungen versagt haben. [...] Sie wollen eine Gesellschaft, die sich hilflos fühlt, die nicht handeln kann, die sich nicht mobilisieren kann. Wir weigern uns, diese Gesellschaft zu sein."
Trotz des beschlossenen Waffenstillstand zwischen den israelischen Streitkräften und der Hamas seien in den vergangenen sechs Monaten 700 Menschen in Gaza durch israelische Angriffe getötet worden. In den Trümmern von Gaza lebten rund zwei Millionen Bewohner Palästina. Ihnen fehle es an Lebensmitteln und Medikamenten. Hilfsgüter gelangten, wenn überhaupt, nur über einen einzigen, von Israel kontrollierten Grenzübergang in das Gebiet.
Vor einem Jahr hatte die israelische Armee Boote und Teilnehmer der letzten Global Sumud Flotilla 2025 beschlagnahmt oder zurückgeschickt. Die Friedensaktivisten, einschließlich der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg wurden festgenommen, inhaftiert und abgeschoben. Das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Aktivisten löste 2025 weltweite Proteste aus.
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