Afrika: Kinshasa fordert konkrete US-Investitionen statt weiterer Absichtserklärungen

Es müssen konkrete und messbare Ergebnisse aus der strategischen Partnerschaft mit den USA hervorgehen. Das fordert der Wirtschaftsminister der Demokratischen Republik Kongo. Das neue Selbstbewusstsein vieler afrikanischer Staaten geht auf das Interesse von China und Russland an Afrika zurück.

Die Demokratische Republik Kongo hat bei der zweiten Sitzung des gemeinsamen Lenkungsausschusses mit den USA am 5. November 2026 in Paris den Druck auf Washington erhöht. Wirtschaftsminister und stellvertretender Premierminister Daniel Mukoko Samba erklärte, der Erfolg der strategischen Partnerschaft müsse künftig an fertiggestellten Projekten, neuen Arbeitsplätzen und greifbaren wirtschaftlichen Ergebnissen gemessen werden – nicht an unterzeichneten Abkommen.

Neun Monate nach dem ersten Treffen in Washington und rund elf Monate nach der Unterzeichnung der Partnerschaft im Dezember 2025 seien zwar Fortschritte bei Vorhaben wie dem Lobito-Korridor und dem Wasserkraftprojekt Grand Inga zu verzeichnen. Neue Finanzierungszusagen blieben jedoch aus.

Mukoko Samba nannte vier Schwerpunkte für die weitere Zusammenarbeit: die Verarbeitung mineralischer Rohstoffe im Kongo selbst, eine bessere Stromversorgung, die Beteiligung kongolesischer Firmen und Arbeitskräfte sowie Fortschritte bei der Stabilisierung im Osten des Landes.

Der Lobito-Korridor soll Kupfer, Kobalt und andere Rohstoffe aus dem Kongo und Sambia über Angola zum Atlantik bringen. Beide Seiten begrüßten die Unterzeichnung eines Konzessionsvertrags, betonten aber, dass die Gesamtfinanzierung der Bahnstrecken noch nicht gesichert sei. An dem Projekt sind neben den USA auch die EU, die Afrikanische Entwicklungsbank und weitere Partner beteiligt.

Beim geplanten Großwasserkraftwerk Grand Inga am Kongo-Fluss wurden nächste Schritte erörtert, ohne dass verbindliche Bauentscheidungen oder zusätzliche Zeitpläne bekannt gegeben wurden. Die Energieversorgung gilt als Voraussetzung für die lokale Weiterverarbeitung von Erzen.

Die US-Entwicklungsfinanzierungsinstitution DFC stellte eine wachsende Liste möglicher Investitionsvorhaben vor. Beide Seiten verwiesen zudem auf steigendes Interesse amerikanischer Unternehmen an der im Abkommen vorgesehenen "strategischen Rohstoffreserve". Das kongolesische Parlament hat steuer- und zollrechtliche Regelungen für Vorhaben im Rahmen der Partnerschaft geschaffen, um Investoren mehr Planungssicherheit zu geben. Konkrete neue Investitionssummen wurden nicht veröffentlicht.

Die USA wollen ihren Zugang zu Kupfer, Kobalt und anderen kritischen Rohstoffen ausbauen und ihre Lieferketten unabhängiger von der chinesisch dominierten Verarbeitung machen. Der Kongo ist weltweit größter Kobaltproduzent und gehört zu den größten Kupferförderern; ein erheblicher Teil der Rohstoffe wird bislang außerhalb des Landes verarbeitet. Kinshasa knüpft die Zusammenarbeit an die Erwartung lokaler Wertschöpfung und zusätzlicher Industriearbeitsplätze.

Neben wirtschaftlichen Fragen stand die Sicherheitslage im Osten des Kongo auf der Agenda. Die Region ist seit Jahren von Konflikten geprägt, unter anderem mit der M23-Rebellengruppe. Beide Regierungen bekräftigten, dass Frieden und Stabilität eine Grundlage der Partnerschaft seien. Der Lenkungsausschuss soll die Umsetzung der Projekte künftig anhand klarer Zuständigkeiten, realistischer Zeitpläne und überprüfbarer Ergebnisse begleiten.

Die Möglichkeit, den politischen Druck auf die USA zu erhöhen und auf tatsächlich sichtbare Ergebnisse zu drängen und sich nicht mit bloßen Absichtserklärungen abspeisen zu lassen, ergibt sich vor allem durch das Interesse von China und Russland am afrikanischen Kontinent. Zwischen der Demokratischen Republik Kongo und China bestehen intensive Beziehungen. China erhält vor allem Rohstoffe und entwickelt im Gegenzug die Infrastruktur im Land. Die Handelsbilanz mit China erreicht Rekordwerte. Dadurch bestehen Alternativen für die Kooperation. Russland baut die Kooperation vor allem im Sicherheitsbereich aus. Unter dem Namen Yango ist der russische Internetriese Yandex in der Republik Kongo aktiv.

Immer mehr afrikanische Länder wissen diese Konkurrenzsituation zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen. 

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